Bearbeitungsstand

20.11.2009

Identifikations-Nr.

25480

Rubrik

Energie/Klima

Bezeichnung

Aktionsplan der Bundesregierung zur stofflichen Nutzung nachwachsender Rohstoffe

Umweltpolitischer Kontext

Die Bundesregierung sieht in der Nutzung nachwachsender Rohstoffe ein hohes Innovationspotential: Vorhandene Produkte werden mit neuen Technologien durch biobasierte Produkte ersetzt. Außerdem trage die meist hohe Verarbeitungstiefe bei der stofflichen Nutzung nachwachsender Rohstoffe zu mehr Wertschöpfung und Beschäftigung bei. Nach Angaben der Bundesregierung sichert die stoffliche Erzeugung und Nutzung nachwachsender Rohstoffe etwa 53.000 Arbeitsplätze in Deutschland. Hinzu kommen etwa 1,2 Millionen Arbeitsplätze in der Forst- und Holzindustrie.

Klimaschutz

Die stoffliche Nutzung nachwachsender Rohstoffe leistet auch einen Beitrag zum Klimaschutz. Wenn biobasierte Produkte am Ende ihres Gebrauchs energetisch genutzt werden, wird dadurch nur die Menge an CO2 freigesetzt, die vorher in der gewachsenen Pflanze gespeichert wurde.

Nachwachsende Rohstoffe sollen in Zukunft herkömmliche Energieträger ersetzen und so für mehr Unabhängigkeit von Öl und Gas beitragen.

Abfallvermeidung

Die chemische Nutzung nachwachsender Rohstoffe ist auch ein Beispiel für Abfallvermeidung. Bei der Verarbeitung von Biomasse in Bioraffinerien fallen keine Abfallstoffe an. Die teure Entsorgung von giftigen Abfällen, entfällt, wenn beispielsweise biogenes Glycerin, das als Nebenprodukt der Biodieselerzeugung in großen Mengen anfällt, bei der Herstellung von Chemikalien anstelle von Erdöl verwendet wird.

Dokumententyp

Bundesplan

Normgeber

Bund

Status/Verfahrensstand

In Kraft

Wesentlicher Inhalt

Der Aktionsplan nennt zwölf Handlungsfelder, in denen sich die Bundesregierung besonders engagieren möchte, um den weiteren Ausbau der stofflichen Nutzung nachwachsender Rohstoffe zu unterstützen und zu fördern. Dazu gehören neben Forschung und Entwicklung auch die Förderung der Markteinführung, das öffentliche Auftragswesen und der Einsatz von nachwachsenden Rohstoffen im Bereich Bauen und Wohnen.

Betroffene

Im negativen Sinne betroffen vom zunehmenden Einsatz nachwachsender Rohstoffe sind Unternehmen, die entlang der Wertschöpfungskette für konventionelle Rohstoffe tätig sind. Allerdings sind die Auswirkungen mittelfristig noch gering.

Marktchancen - Auswirkungen auf die Umwelttechnologieunternehmen

Marktchancen ergeben sich für Unternehmen, die entlang der Wertschöpfungskette für nachwachsende Rohstoffe tätig sind. Hierzu gehört eine Vielzahl von Branchen wie Land- und Forstwirtschaft, Chemie, Papier- und Kartonagenindustrie, Verpackungsindustrie, Pharma- und Kosmetikindustrie, Hersteller von Schmier- und Treibstoffen, Hersteller von Faserverbundwerkstoffen und Formteilen, Hersteller von Baumaterialien und Dämmstoffen sowie die Textilindustrie. Ferner gehören die Ausrüster, d.h. Maschinen- und Anlagenbauer dazu, die entsprechende Produktions- und Verarbeitungsanlagen liefern.

In Deutschland wurden im Jahr 2009 auf 294.000 ha Industriepflanzen wie Pflanzen zur Gewinnung von Industriestärke und Industriezucker (z.B. Raps, Sonnenblumen, Faserpflanzen) sowie Pflanzen für die Arznei- und Farbstoffherstellung angebaut.

Die stoffliche Nutzung nachwachsender Rohstoffe birgt großes Entwicklungspotenzial; beispielhaft sind im folgenden Zahlen für Biokunststoffe dargestellt. Der Anteil von Biokunststoffen am Weltkunststoffmarkt ist zurzeit noch relativ gering, ca. 350.000 tpa Biokunststoffe werden produziert (dies entspricht einem Marktanteil von ca. 0,2 %). Biokunststoffe verzeichnen jedoch ein jährliches Marktwachstum von 25 - 30 %. Bis zum Jahr 2020 wird eine Steigerung der Produktionskapazitäten auf ca. 3 Mio. t prognostiziert, dies würde einem Marktvolumen von ca. 11,3 Mrd. EUR entsprechen.

Dokumententext

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